Eifelsteig intern
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Ausführlicher Bericht zu den letzten Treffen der Wegepaten:


Qualität mit jedem Schritt

So sorgt das Wegemanagement für ein perfektes Naturerlebnis am Eifelsteig 

Schöne Landschaft allein macht noch keinen Spitzenwanderweg – entscheidend ist die Qualität vor Ort. Gut gepflegte Pfade, verlässliche Markierungen und lückenlose Wegweisung sind das Ergebnis engagierter Wegepaten und eines zentral koordinierten Wegemanagements. Wir haben mit Matthias Irle, dem zentralen Wegemanager für den Eifelsteig und seine Partnerwege, über dieses Zusammenspiel gesprochen.

Angelika Koch: Der Eifelsteig bringt laut Studie 22,8 Millionen Wertschöpfung in die Region… ein riesiges Potenzial und einer unserer Tourismusmotoren. Wir sehen jedoch in den letzten Jahren andernorts, dass ein sehr großer Erfolg von Destinationen Vor- und Nachteile hat. Wie sieht es beim Eifelsteig aus?

Matthias Irle: Es braucht natürlich Fingerspitzengefühl und auch eine kluge Besucherlenkung. Gerade ein Weg wie der Eifelsteig lebt von der Balance zwischen Beliebtheit und ungestörtem Naturerleben. Darum ist es wichtig, über die bestehende, ständig auf Qualität kontrollierte und sehr gut nachgefragte Kernroute hinaus die anknüpfenden Partnerwege auf demselben Niveau zu entwickeln. Beispiele sind hier die Mußepfade oder die HeimatSpuren. Der Vorteil der Eifel ist, dass wir sehr viel Platz haben und diese Landschaft überall mit Besonderheiten überrascht. Das heißt, die flankierenden Wege können hervorragend ergänzt und ausgebaut werden… das kommt dem Eifelsteig und den Gastgebern insgesamt zugute. Letztlich „verkaufen“ wir ja nicht nur einzelne Hotspots, sondern die Landschaft als Ganzes.

Angelika Koch: Was macht den Eifelsteig so einzigartig? Inwiefern ist er anders als andere Fernwanderrouten?

Matthias Irle: Er spricht in erster Linie Menschen an, die gern wandern, darüber hinaus jedoch ein echtes Interesse an den Besonderheiten der Eifel haben. Er bietet auf nahezu jeder Etappe unverwechselbare Landschaftsformationen – Moore, Seen, tief eingeschnittene Bachtäler, Fernblicke, Maare und Vulkangipfel, Felsformationen und Höhlen. Der Eifelsteig zeigt die Eifel in all ihrer kleinteiligen Vielfalt, und bleibt dabei seinem Motto „Wo Fels und Wasser Dich begleiten“ vom ersten bis zum letzten Kilometer treu – und das auf hoher Qualität, die uns seit 15 Jahren wiederkehrend durch die Verleihung des „Deutschen Wandersiegels“ bestätigt wird. Der Eifelsteig bietet eine Mischung aus intensivem Wandern, Naturerlebnis und regionaler Identität, die eben nicht vergleichbar ist mit anderen Fernwanderwegen. Er hat zudem das Potenzial für besondere Wanderbedürfnisse etwa von Wander-Einsteigern, von Sportlern, von Hundebesitzern… es ist eine Frage des guten Marketings und der Gastgeber, auch solche Nischen erfolgreich zu besetzen.

Angelika Koch: Welche Arbeitsschritte stecken hinter dem Erfolg des Eifelsteigs und der Partnerwege? Und welches ist Ihre Rolle dabei?

Matthias Irle: Mindestens zwei Mal pro Jahr wird jeder Abschnitt vor Ort von unseren Wegepaten kontrolliert, die Markierung ausgebessert und der Wegezustand kritisch geprüft. Schäden werden dabei entweder sofort behoben oder an die zuständige Kommune gemeldet, die sich dann um die weiteren Maßnahmen kümmert. Meine Rolle ist die Schnittstelle zwischen Kommunen, Eifelverein, der Eifel Tourismus GmbH und betreuenden Wegepatinnen und -paten. Darüber hinaus stehe ich durch meine anderen beruflichen Tätigkeiten auch immer im Austausch mit andern Tourismusregionen und kann so die Erfahrungen aus vielen Wanderprojekten und auch Neuerungen auf dem Wandermarkt in meine Arbeit als Wegemanager einfließen lassen. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung der digitalen Plattform TourInfra: Hiermit werden zentral alle relevanten Daten für das Wegemanagement erfasst und den Wegepaten und Kommunen bereitgestellt.  Schäden können vor Ort per App erfasst werden und stehen dann sofort mit allen wichtigen Informationen inklusive Geodaten und Fotos für die weitere Arbeit zur Verfügung. Es ist eine enorme Arbeitserleichterung, um schnell, exakt und für alle Beteiligten transparent zu agieren, wenn Beschilderungen oder Bänke erneuert werden müssen, wenn Bewuchs zurückgeschnitten oder Hindernisse wie umgestürzte Bäume beseitigt werden müssen. Der Nutzen für die betreuenden Wegepaten und kommunalen Wegemanager ist bereits jetzt in der Pilotphase deutlich, wie der Erfahrungsaustausch auf den jüngsten Treffen der Wegepaten und -manager gezeigt hat. 

Angelika Koch: Wie sieht die Zukunft des Eifelsteigs aus? Was ist noch zu tun, um ihn weiter zu optimieren – oder ist schon alles auf dem bestmöglichen Stand?

Matthias Irle: Der Eifelsteig IST zweifellos unser Premiumprodukt im Hinblick auf das Wandern. Und dank neuer Öffentlichkeit etwa in den sozialen Medien kommen mittlerweile auch Gäste hinzu, die früher das Wandern eher nicht für sich entdeckten. Doch gerade das bedingt, dass wir uns immer wieder anpassen müssen und auch wollen. Ein Produkt wie der Eifelsteig „lebt“ – und genau das ist für uns der Auftrag, auch nach 15 Jahren gemeinsam mit allen Akteuren weiter am Erfolg des Eifelsteigs zu arbeiten. Beispielsweise zeichnet sich ab, dass der Bedarf an kürzeren Etappen steigt… es müssen nicht immer zwanzig Kilometer sein. Das betrifft dann die Kommunikation im Marketing genauso wie die Kommunikation durch entsprechende Beschilderung vor Ort – also auch wieder eine Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten. Die Entwicklung neuer gastronomischer Angebote, die Etablierung von Transportmöglichkeiten oder auch die Entwicklung alternativer Übernachtungsmöglichkeiten sind dabei ebenso große Themen. Auch unser digitales Wegemanagement wird sich stetig weiterentwickeln und eine stabile Basis für die Herausforderungen der Zukunft bieten. Vieles hängt dabei natürlich auch von der Finanzierung durch die Anrainerkommunen ab. Wie sehr sich diese Investitionen lohnen, zeigt uns ja die aktuelle Studie zur Wertschöpfung sehr deutlich!  

Zur Person Matthias Irle:

Matthias Irle wurde an der Mosel geboren und wuchs in Manderscheid auf. Sein Vater war dort Forstamtsleiter, so dass er von einem innigen Bezug zur Natur geprägt wurde. An der TU München studierte er Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung mit Abschluss als Diplom-Ingenieur. Er betreibt in Manderscheid ein Büro mit Schwerpunkt Fachplanung für Wanderwege und landschaftsbezogenen Tourismus. Von Anfang an war hierbei das Wandern sein großes Thema. Das LEADER-geförderte Projekt der Vulkaneifelpfade im Natur- und Geopark gab dazu den Startschuss, seither folgten eine große Zahl an Wanderwege-Projekten auch weit über die Eifel hinaus. Seit 2011 ist er als Wegemanager Dienstleister für den Eifelverein. Sein liebstes Urlaubsziel: „Mit dem Rucksack die Länder Asiens entdecken – oder zu Fuß mit kleinem Gepäck durch die Eifel!“